Aktuelles

Vortrag am 30.11.2017 in der Gaststätte "Tambosi"

für unseren jährlichen Vortrag im November haben wir das Thema "Neue Rechtslage — Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung dringend überprüfen!" gewählt. Referent ist Herr Robert Fischer vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.


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Sankt-Jakobus-Bruderschaft Bamberg

Nächster Pilgertreff: Donnerstag, 30. November 2017
18:00 Uhr Pilgertreff mit Pilgerberatung im
Nebenzimmer des Hotels/Gasthofes "Alt-Ringlein",
Dominikanerstraße 9, 96049 Bamberg

Gäste und Freunde herzlich willkommen.


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Kreis Nürnberger Jakobswege-Knoten

Nächster Pilgertreff: Mittwoch, 6. Dezember 2017
17:30 Uhr Andacht in St. Elisabeth, Krypta
18:00 Uhr Pilgertreff im Hotel/Restaurant "Steichele",
Knorrstr. 2-8, 90402 Nürnberg

Gäste und Freunde herzlich willkommen.
Anmeldung bei Paul Diemer, Tel.: 0911-74 27 009,
E-Mail: jakobspilger-nuernberg@paul-diemer.de


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Die Jakobuswelt trauert um Robert Plötz

Einer der ganz Großen der jakobäischen Welt ist von uns gegangen, Dr. Robert Plötz ist überraschend am 26. August 2017 in seiner Heimatstadt Würzburg verstorben. Der Santiagopilger war nicht nur einer der bedeutensten Experten der Geschichte und Kultur der Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela, seine Rolle als Anreger und Förderer ihrer Wiederbelebung kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Am 18. Juli 1942 in Nürnberg geboren und in der Oberpfalz aufgewachsen, studierte Dr. Robert Georg Plötz von 1963 bis 1969 in Würzburg neben Germanistik und Volkskunde Geschichte, Philosophie und Sportpädagogik. Promotion zum Dr. phil. mit dem Thema „Ad limina Beati Iacobi“. Von 1967 bis 1971 und 1978 bis 1979 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Germanistik und Volkskunde an der Universität Würzburg. Von 1971 bis 1977 war Dr. Plötz Lektor für deutsche Sprache und Literatur an der Universität von Oviedo (Asturien).

Nach seiner Rückkehr aus Spanien verschlug es den Franken an den Niederrhein, wo er von 1979 bis 2007 die Position des Direktors des “Niederrheinschen Museums für Volkskunde und Kulturgeschichte in Kevelaer” bekleidete.

2008 kehrte Plötz in die fränkische Heimat zurück und war von 2008 bis 2013 an der Würzburger Universität Dozent am Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte.

Als die Deutsche St. Jakobus-Gesellschaft e.V. 1987 in Aachen gegründet wurde, war Dr. Robert Plötz ihr Gründungspräsident und prägte in dieser Funktion 25 Jahre bis 2012 die größte deutsche Jakobusvereinigung. Von Anbeginn gehörte er zudem bis zuletzt auch dem wissenschaftlichen Beirat der Gesellschaft an und gab in ihrem Auftrag zusammen mit Prof. Dr. Klaus Herbers die wissenschaftliche Reihe „Jakobus-Studien“ heraus.

Als Mitglied der Altertumskommissionen der Landschaftsverbände Rheinland (LVR) und Westfalen-Lippe (LWL) war Dr. Plötz maßgeblich bei Festlegung der Trassen der „Wege der Jakobspilger“ beteiligt. Dabei ging es, wie bei allen Wegprojekten, bei denen sich der Wissenschaftler engagierte, um eine fundierte Altstraßenforschung haupsächlich auf der Grundlage von Pilgerberichten, Zeugnissen der Jakobusverehrung und der Kenntnis der Gasthäuser und Hospitäler.
Die Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen und Institutionen, die mit der Santiagopilgerfahrt zu tun hatten, war eines großen Anliegen des engagierten Freundes des Heiligen Jakobus und seiner Wege in Deutschland und Europa. So wurde die Arbeitsgemeinschaft deutscher Jakobus-Vereinigungen (AGdJV) 2008 auf seine Initiative hin gegründet.

Der Wissenschaftler Dr. Robert Plötz publizierte zur Geschichte von Brauchtum und Volkskultur, hervorzuheben sind jedoch besonders seine zahlreichen Studien zu Pilgern, Pilgerfahrten und zu Ursprung und Geschichte des Jakobuskultes. Dazu kam eine rege Vortragstätigkeit in ganz Europa und den USA.

Der Volkskundler und Jakobswegexperte war Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Kommissionen und Beiräte. So war er beispielsweise 1984-85 Länderkommissar der Europalia-Ausstellung „Santiago de Compostela“ in Gent (Belgien), 1985-1987 Experte des Europarats in Strasbourg für das Projekt „Die Wege der Jakobuspilger als erste europäische Kulturstraße“ und von 1985 bis 1987 Präsident des Internationalen Volkskunderates Rhein/Maas. Seit 1999 war Robert Plötz Vizepräsident der Stiftung „O Santo Grial“ (Cebreiro).

In Anerkennung seiner Verdienste wurde Dr. Plötz vielfach ausgezeichnet. Er erhielt u.a. 1989 den St. Benediktpreis der Stadt Mönchengladbach, 1993 den Rheinlandtaler, 1999 die Goldmedaille der Stadt Santiago de Compostela, 2002 die Silbermedaille des Landes Galicien und 2004 das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Seit Anbeginn gehörte Dr. Robert Plötz in Spanien dem von der Regierung Galiciens (Xunta de Galicia) 1992 gegründeten Komitee der Jakobuswegexperten (Comité Internacional de Expertos del Camino de Santiago) an. Mit dessen Präsident Prof. Dr. Paolo Caucci von Saucken teilte Plötz 35 Jahre Compostelanischer Geschichte. Gemeinsam nahmen sie seit Beginn der 80er Jahre an den wichtigsten Veranstaltungen mit Bezug zum Camino de Santiago teil. Der besondere Schwerpunkt ihrer gemeinsamen Arbeit lag zwar in Spanien, aber Robert Plötz war auch aktives Mitglied der „Confraternita di San Jacopo di Compostella de Perugia“ und des „Centro italiano de estudios compostelanos de la Universidad de Perugia“. So nahm der deutsche Jakobusexperte auch in Italien an Kongressen teil, hielt dort zahlreiche Vorlesungen und Vorträge und war Mitglied der italienischen Hilfsorganisation des Malteserordens (CISMON).

Die Verbindungen des fränkischen Jakobusfreundes zur Jakobsbruderschaft in Perugia und die Freudschaft mit deren Präsidenten Paolo Caucci sollten für die 2006 neu belebte Sankt-Jakobus-Bruderschaft Bamberg 1496 große Bedeutung erhalten. Dr. Robert Plötz hatte das Bamberger Unterfangen von Anbeginn unterstützt und begleitet und die 2008 in Perugia vollzogene Verbrüderung der beiden Jakobusvereinigungen angeregt und gefördert. Die eigentliche Verfestigung der Beziehungen der beiden Bruderschaften geschah jedoch 2013, als eine Pilgergruppe aus Perugia auf Einladung der Bamberger mit ihnen gemeinsam den Oberfränkischen Jakobsweg unter die Füße nahm, um dann am 21. 9. 2013 an der Gedenkfeier „25 Jahre Wege der Jakobuspilger“ an St. Jakob in Bamberg teilzunehmen. Die Bamberger Bruderschaft hatte das Fest gemeinsam mit der Deutschen St. Jakobus-Gesellschaft e.V. organisiert und bewirtete nach dem Festakt die internationalen Gäste. Mit dabei waren auch Paolo Caucci und Robert Plötz, der 25 Jahre vorher hier die erste Wegstele des Europarates enthüllt hatte.

Wir haben Robert Plötz viel zu verdanken und trauern mit der weiten Jakobuswelt, seinen Freunden und seiner Familie um den Wissenschaftler, Berater, Pilger und Weggefährten, der seine unauslöschlichen Spuren in der Geschichte des Camino de Santiago hinterlassen hat.

Barbara E. Preuschoff

Foto: B.E. Preuschoff

 

Segnungsfeier der Jakobsfigur auf dem Staffelberg

Die Orientierungslosigkeit hat ein Ende

In ökumenischer Form fand am Montagnachmittag mit Pfarrerin Anja Bautz und Pastoralreferenten Josef Ellner eine würdige Feier zur Segnung der Figur des Heiligen Jakobus des Älteren, Apostel und Märtyrer neben der Adelgundiskapelle auf den Staffelberg statt. Zahlreiche Personen zeigten ihr Interesse an der Segensfeier der steinernen Figur. Diese steht jetzt auf dem Pilgerweg nach dem noch weit entfernten Santiago de Compostela in Spanien und weist die Richtung und den Weg.

Erster Bürgermeister Jürgen Kohmann begrüßte die zahlreich anwesenden Gäste, Pilger, Wanderer und Staffelbergfreunde und dankte für die Mitfeier. Auch mehrere Stadträte, wie Walter Mackert, Barbara Köcheler, Wolfgang Herold und Zweiter Bürgermeister Hans Josef Stich und auch Stadtpfarrer Georg Birkel zeigten ihre Verbundenheit zur Segensfeier. Durch die neu aufgestellte Figur des „Bruder Jakobus“ auf dem Staffelberg hat die Orientierungslosigkeit auf dem Pilgerweg ein Ende, so Bgmstr. Kohmann.

Die musikalische Begleitung übernahm die Nothelferkapelle. Besondere Dankesworte gab es für die Familien Dörfler und Schreiber, ohne deren Großzügigkeit und Aktionen die Jakobsfigur nicht zum Staffelberg gekommen wäre!

Die kirchliche Feier eröffnete Pastoralreferent Josef Ellner ebenso mit Dankesworten an die Stifter und künstlerische Gestaltung der Heiligenfigur durch die Mithelfer. Auch das Amt für Denkmalschutz hatte keine Einwände zur Errichtung der Jakobsfigur. So galt allen Mitbeteiligten nochmals ein „Vergelts Gott“ durch Bgmstr, Kohmann.

Über die Idee und das Zustandekommen die Jakobsfigur auf den Staffelberg zu bringen berichtete Barbara Dörfler, Bamberg. „Letztes Jahr verstarb mein Patenonkel Prälat Norbert Przibylok im 90. Lebensjahr, er war zugleich Domkapitular, Diplom Volkswirt und Finanzdirektor bei der Diözese Bamberg.

Die Jakobsfigur wurde in seinem Garten in Bamberg vor einigen Jahren aufgestellt und erinnerte ihn an die vielen Pilgerreisen und Bergwanderungen. Mein Onkel stammt aus Oberschlesien und fand nach dem Krieg hier in Franken in Bamberg seine zweite Heimat. Schon 1943 mit 16 Jahren wanderte er auf den Staffelberg. Sein bester Freund, der künstlerische akademische Bildhauer, Heinrich Schreiber, Kronach, schuf die Steinfigur. Leider verstarb er auch im vergangenen Jahr. Als Domherr unterstützte mein Onkel viele Projekte für die Jugend, Arbeiter und die Kunst. So war es auch seine Initiative zur Fertigstellung einer Wasserleitung auf den Staffelberg, die er am 17.7.1986 hier oben einweihte. So war der Staffelberg immer wieder Station auf seinen Wegen. So konnte ich seinen Nachlass sinnvoll verwalten! Ich danke der Stadt Bad Staffelstein und allen Jakobs-Freunden, besonders Tobias und Johannes Schreiber, Söhne von Heinrich Schreiber und nicht zuletzt Herrn Ellner für die tatkräftige Unterstützung! Möge unser Heilige Jakobus die Pilger stets begleiten“, so B. Dörfler.

Zur Segensfeier gab es keinen Regen sogar die Sonne zeigte sich. Der kleine Jakobus steht jetzt auf Augenhöhe der Vorbeikommenden. Mit gemeinsamen Fürbitten und Segensgebete wurde die Figur in ökumenischer Form gesegnet. Das gemeinsame Lied, der Kanon „Bruder Jakob, Bruder Jakob! Schläfst du noch?" beendete die würdige Feier.

Auch Mitglieder der Sankt-Jakobus-Bruderschaft Bamberg waren zur Feier gekommen.

Ludwig Alin, Bad Staffelstein

 

Unser Weg 2016 von Genf nach Le Puy

Wieder ist es soweit. Der Termin naht, um uns auf den Weg zu machen, für den nächsten Teilabschnitt auf dem Weg nach dem fernen Santiago de Compostela.

Nachdem die drei Kleukheimer Madla und die Anna aus Effeltrich abgesagt hatten und wir damit nicht mehr zu zehnt waren, kam die Idee auf, für die An- und Abreise einen 9-Sitzer-Bus zu mieten. Zugleich hätten wir ein Begleitfahrzeug für den Transport des großen Gepäcks und eine Sicherheit, wenn einer wegen Beschwerden ausfällt.

Sieben Pilger waren wir laut Anmeldung. Am 30. August trafen wir uns in Memmelsdorf zur Schlussbesprechung. Hier erfuhren wir, dass sich noch zwei Damen, auf Grund der Sicherheit mit dem Begleitfahrzeug der Gruppe anschließen; Jeanette, eine gebürtige Australierin und unsere Schriftführern, die Monika. Da wir nun zwei Monikas in der Gruppe hatten, wurden die beiden gleich umgetauft, in Petit Monique und Grand Monique, da wir ja in Frankreich pilgern.

Am Freitag 17. September machten sich Winni und ich auf den Weg, um Marion beim Fuchsbau, Petit Monique, die Hilde und den Albert am Bahnhof in Bamberg abzuholen. Weiter ging es nach Effeltrich, um die zwei verbliebenen Madla, Grand Monique und Margit, sowie in Erlangen Jeanette mitzunehmen.

Die Begrüßung war herzlich und voller Vorfreude auf den gemeinsamen Weg in den nächsten Wochen. Die Via Gebenensis ist unser Ziel.

Hans chauffierte den Bus sicher bis kurz vor die Schweizer Grenze. Nach dem Fahrerwechsel hat Hilde uns gekonnt durch die Schweiz und zu unserem Quartier mitten in Genf gefahren.

Nach einem Spaziergang durch die uns schon bekannte Stadt mit der tollen Fontaine ließen wir den Tag ausklingen.

Der 1. Pilgertag. Es geht schon gut los, nach einem "Petit Dejeuner" galt es den Bus aus der Tiefgarage zu holen. Genau 26,- SFR hatten Winni und ich noch und genauso viel brauchten wir für die Garage.

Mit einem Besuch in der Kirche "Notre Dame de Geneve" und einem Lied beginnen wir unseren Weg bei Regenwetter, das sich aber bis Mittag gelegt hat. Nach stundenlangem Weg bergauf und bergab konnten wir immer noch hoch über dem Rhonetal die Fontaine des "Lac Lemon" sehen. Abends waren wir in St. Blaise in einem Klasse Hotel mit Klasse Restaurant untergebracht. Es gab Bier in Sektflaschen mit 0,75 Ltr. Der Begriff Seidlamoß wurde geprägt.

Auch am 2. Tag Regenwetter, den ganzen Tag Nieselregen, Aufstieg bis 800 Meter. Abends hatten wir eine primitive Unterkunft, wurden aber in einem neuen Speisesaal mit prima Essen und gutem Wein entschädigt. Hier trafen wir Agnes aus Dresden mit ihrem Begleiter Adam. Hier bot sich die erste Gelegenheit, um "Schnauz" zu karten. Die allabendliche Jagd nach der W-LAN Verbindung gehörte von nun an zum Tagesablauf.

Der 3. Tag, von Mont Sion nach Chanaz. Das Wetter hat sich gebessert. Ein teils sonniger Tag trägt zur besseren Stimmung bei. Heute geht es immer bergab, von 800 Meter runter in das breite Tal auf 235 Meter. In einem kleinen Dorf wollten wir Mittag machen. In Ermangelung eines Ruheplatzes wollten wir uns auf eine Mauer setzen, wurden aber von dem Hausbesitzer verjagt. Auf der einzigen Bank im Dorf ist ein Halteverbotsschild anbracht. Die haben wohl etwas gegen Pilger. So müssen wir das allmorgendlich besorgte Baguette und den Käse an der Flussböschung verzehren. Abends sind wir privat untergebracht. Wir Männer in einer Art Museum. Zum Abendessen gab es Linsen mit Reis, fürchterlich für mich, aber alle anderen loben das Gericht. Die Käseplatte und der warme Schokoladenkuchen haben mich schließlich entschädigt. Heute müssen alle früh zu Bett, denn in Chanaz werden abends die Gehsteige hochgeklappt und die Lokale geschlossen. Selbst am Campingplatz war schon geschlossen. Für einen Touristikort unvorstellbar; aber die Saison ist wahrscheinlich schon vorbei.

Am 4. Pilgertag war ich als Fahrer eingeteilt. Nachdem ich unsere Unterkunft in Yenne, ein ehemaliges Kloster und jetzt Bildungshaus, gefunden hatte, machte ich mich auf den Weg, um den anderen entgegenzulaufen. Immer wieder führt der Weg die Rhone entlang, mit steilen Bergrücken dazwischen, auf denen sich ein Weinberg an den anderen reiht. Es ist gar nicht so einfach, den Weg rückwärts zu finden. In Jongieuse traf ich die Truppe, gerade richtig für eine kleine Weinprobe bei einem Winzer, die wir alle genossen. Für die nächsten Tage packten wir einen kleinen Vorrat in die Rucksäcke. Nach einer Pause bei der Kapelle St. Romain hatten wir wieder einen herrlichen Blick über das Rhonetal. In Yenne angekommen, genossen wir in der Pilgerbar eine "Grand Pression", die Bierbestellung auf Französisch. Yenne ist ein nettes Städtchen mit einem schönen Jakobsdenkmal. Abends konnten wir im Voyeur wieder Schnauz spielen und den mitgebrachten Wein genießen.

Der 5. Tag beginnt neblig, keine Sonne, richtig Herbst. Es geht wieder hoch, bis wir mit 850 Meter den höchsten Punkt des Tages erreicht haben. Kurz nach Yenne, hoch über dem Ort, machen wir Rast für die tägliche Morgenandacht an der Kapelle "Notre Dame de la Montagne". Eindrucksvoll steht die Marienfigur auf einem Felsen über der Kapelle, die zur Erinnerung an den Anschluss Savoyens an Frankreich 1860 erbaut wurde. Auf dem anschließenden Weg hoch über dem Rhonetal gehen wir stundenlang durch Buchsbaumwälder und erhaschen immer wieder schöne Blicke ins Rhonetal. Hilde fährt heute und nimmt unterwegs den Schweizer "Möchtegern-Schriftsteller" und Weltenbummler nach Aoste mit, dem wir schon ein paarmal barfußlaufend begegnet sind. Mit dem Tagesziel Aoste erreichen wir die Isere. Wir überqueren den Fluss mit seiner eindrucksvollen Fischtreppe unter der Brücke. Da uns das Menü im Hotelrestaurant zu teuer ist, suchen und finden wir in der Stadt ein kleines Bar-Restaurant und werden überraschend gut versorgt.

Am 6. Tag verlassen wir Aoste im Nebel entlang der Isere, aber bald kommt die Sonne durch. Es wird ein schöner sonniger Tag mit blauem Himmel und wenig Bergen. Nachdem ich mir an der linken Ferse eine Blase gelaufen habe, bin ich auf Turnschuhe umgestiegen und was passiert? Ich bekomme an der rechten Ferse auch eine Blase. Am Abend in Saint Andre, im Hotel Europe, bekommen wir ein feines Menü und der Koch lässt sich unseren Beifall gefallen. Agnes und Adam sind auch hier untergebracht und auch die vier Österreicher aus Linz, die wir öfter auf dem Weg getroffen haben.

7. Tag: Weiter geht’s, nach dem alltäglichen Einkauf von Baguette und Käse für die Mittagsrast, die leichte, kurze, 22-km-Wegstrecke nach Revel Tourdan. Dort erwartet uns eine einfache Pilgerunterkunft bei einem Rallyefahrer. Ein Bett im Mädchenzimmer war schon belegt, mit "Fridolin", der Eidechse. Wir bekommen ein prima Abendessen und können wieder Schnauz Karten und Jeanette hat "Schnauze".

Am 8. Tag bin ich wieder mit fahren dran. Nach Besichtigung des Hotels in Roussilon, fahre ich zurück bis Clonas und laufe wieder der Gruppe entgegen. Im Wald verlaufe ich mich und stoße nur durch einen glücklichen Zufall wieder auf die anderen. Nach 30 km schweren Weg, sind wir froh über unser Fahrzeug, denn Roussilon liegt über 7 km abseits vom Weg. Die Mädels haben gegenüber des von Arabern geführten Hotels einen Waschsaloon entdeckt und reichlich genützt. Zum Abendessen haben wir eine Pizzeria ausgesucht, ohne zu merken, dass diese muslimisch war. Zur köstlichen Pizza gab es nur Tee oder Wasser.

Der Weg am 9. Tag führt uns wieder ins Rhonetal, das uns mit einem herrlichen Blick begrüßt. Mit dem Überschreiten der "Ponte du Rhone" wechseln wir in das Department Loire. Die Landschaft wechselt wieder. Weinberge und Obstplantagen begleiten unseren Weg, keine Kühe und Weiden mehr, wieder ein neues Tal und ein anderer Ausblick. Es gibt auf einmal viel Industrie. Abends brauchen wir wieder unser "Escort-Fahrzeug", da die Herberge, ein einsames Landgut mit Turm, weit abseits vom Weg liegt. Nach 28 km Weg kommen wir erst um halb sechs an. Hier begegnen wir Agnes aus Dresden wieder, deren Begleiter Adam abgebrochen hatte. Nun geht sie alleine den Weg weiter. Alle Achtung, ohne Quartier und Französischkenntnisse! Das Menü abends war wunderbar, ebenso der Wein und das "Dejeuner" am Morgen.

Heute am 10. Tag haben wir Zuwachs bekommen. Agnes hat sich uns für heute angeschlossen. Der Weg führt durch riesige Tannenwälder und auf einer ehemaligen Bahntrasse, mit alten Tunnels und vielen Viadukten. Bei "Französischen Picknick" mit Wein, Käse und Baguette am ehemaligen Bahnhof schöpfen wir Kraft für den weiteren Weg. Abends, nach 25 km schönem Weg, gibt Agnes eine Einstandsrunde aus. Nach einem feinen Menü mit Wein im Gasthaus treffen wir uns im neu gebauten Quartier (Pilgerherberge) zum "Schnauz", ein rundum schöner Tag!

Am 11. Tag wird der Weg wieder steinig und schwer. Neben hohen Tannenwäldern, gibt es wieder Kühe und Weiden. 23 km genügen bei dem schweren Weg. In Tence erwartet uns ein kleines Hotel mit Halbpension. Wir bekommen ein super 4-Gänge-Menü einschließlich Wein sowie Übernachtung für nur 35,- €. Zwei Nächte verbringen wir dort, da wir mit unserem Auto vorrausfahren und am nächsten Tag zurückfahren können.

Der vorletzte Pilgertag ist schwer und über 30 km weit. Die Wege sind steinig und führen durch eine bezaubernde Vulkan-Hügellandschaft. Heute erreichen wir bei Raffy den höchsten Punkt unserer Tour, bei fast 1300 Meter.

Am letzten Tag erreichen wir über schöne Wege Mont Joice, den Berg der Freude. Von diesem Aussichtspunkt kann man zum ersten Mal einen Blick auf unser heuriges Etappenziel werfen. Im Tal der Loire führt uns der Endspurt nach Le Puy en Velay. Eindrucksvoll, zeigt sich die schöne alte Stadt dem Besucher. Die spitzen Vulkankegel, auf denen zum einen die alte Kirche "Saint Michel" und auf dem anderen die Statue der "Notre Dame de France" stehen, sind einzigartig. Nach der Einquartierung in das nette kleine Hotel "Saint Jaques", besuchen wir noch die schöne große Kathedrale. Zum Abendessen gehen wir in ein vornehmes Restaurant. Da wir am nächsten Morgen die Pilgermesse besuchen wollen, heißt es früh zu Bett gehen. Um 6 Uhr aufstehen, Anstieg auf die Anhöhe zur Kathedrale ohne Frühstück, um 7 Uhr die Pilgermesse besuchen. Bei dem schönen Gottesdienst, wo wir leider nichts verstehen und auch die französischen Lieder nicht mitsingen können, dürfen Winni und ich ministrieren. Nun haben wir den ganzen Tag Zeit, die schöne Stadt zu besichtigen und zu erkunden. Die beiden Monumente auf den Vulkanspitzen sind unser Ziel. Leider setzt Regen ein, die Gruppe zerstreut sich. Nachmittags hat sich das Wetter wieder gebessert und der Stadtbummel geht weiter. Wir erkunden den Startpunk für nächstes Jahr, wenn es weitergeht nach Moissac, die nächsten 400 km. Es fehlen uns ja noch 1520 km bis Santiago. Das letzte Abendessen nehmen wir in der Pizzeria unweit des Hotels ein. Winni und ich bestellen nach dem schönen Namen und bekommen Honigpizza, brrrr!

Nach einer schönen letzten Nacht, geht es morgens um 6 Uhr los auf den Heimweg. Wir verabschieden uns von "Monsieur"-Hotelier und melden uns für nächstes Jahr an.

Irgendwas hat mit dem Navi nicht gestimmt – es führt uns immer weg von den Schnellstraßen und Autobahnzubringern auf Nebenstraßen. Stundenlang fahren wir durch die Prärie. Die Tankuhr zeigt immer weniger an und wir suchen eine Tankstelle, die sonntagmorgens geöffnet hat. So kommen wir in einer kleinen Stadt wenigstens zu einem letzten "Petit Dejeuner". Nach einer Neueinstellung des Navis, gelangen wir endlich auf die Autobahn.

Erster Halt ist in Neundettelsau. Wir verabschieden uns von der netten Jeanette, die sich tapfer über die schweren Wegstrecken gehalten hat. Weiter geht’s über Effeltrich und Kuhnreuth, wo uns Grande Monique und Margit verlassen. Der umgekehrte Weg. In Bamberg am Bahnhof, steigen Albert, Hilde und Petit Monique aus und am Fuchsbau verabschieden wir uns von Marion. Umarmungen, Küsschen, wehmütige Abschiede. Der gemeinsame Weg hat uns näher zusammengebracht.

Nach 17 Tagen und 2800 km Weg, sind auch Winni und ich zu Hause. Es dauert ein paar Tage, bis man auch geistig zurück ist im Alltag und nicht nur körperlich.

Beim Verfassen des Berichts konnte ich die schöne Zeit mit euch, die mein Leben bereichert hat, noch einmal Revue passieren lassen. Ich möchte die schönen Tage mit euch und die wunderbaren Momente und Ausblicke auf dem Pilgerweg nicht missen.

Dir lieber Albert, danke ich im Namen aller für deine Mühen, mit der Planung und Quartierfindung und für die geistigen Moment und Gedanken in den vielen Kirchen die wir aufgesucht haben.

Ich danke euch allen für die gegenseitige Liebe und Freundschaft und freue mich schon auf nächstes Jahr. Auf die Zeit vom 8. bis zum 27. September, die ich wieder mit euch verbringen darf,

euer Hans Hanns Gaar Oberküps

 

 

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